Stiftung

Das Leben der Bürger in der Bundesrepublik Deutschland ist über Jahrzehnte gekennzeichnet von sozialer Sicherheit und beinahe garantiertem steigendem Wohlstand. Doch nicht nur in Deutschland sondern in vielen anderen Ländern Europas haben diese an sich positiven Umstände auch zur Entstehung einer verbreiteten, erschreckend selbstbewussten, ja in einigen Fällen sogar rücksichtslosen Nehmermentalität geführt, die zunehmend eine gesellschaftslähmende Wirkung entfaltet. Gleichzeitig ist es insgesamt zu einer Abkühlung der zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb unserer Gesellschaften und des Zusammengehörigkeitsgefühls der Menschen durch eine starke Individualismusbetonung gekommen.

Die dramatisch abnehmende – und ohnehin im europäischen Vergleich niedrige – Zustimmungsbereitschaft zur Organspende ist hierfür ein besonders aufrüttelndes Beispiel: Obwohl fast jeder Deutsche im Fall des Falles ein Spenderorgan akzeptieren würde, sind umgekehrt jedoch nicht einmal 15 % der Bundesbürger bereit, nach ihrem Tod Organspender zu sein oder einer Organspende beim Tod eines Angehörigen zuzustimmen. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl scheint inzwischen hauptsächlich dann zu entstehen, wenn man selbst auf Hilfe angewiesen ist.

In einer elementaren Frage von Leben und Tod jedoch, wie der Entscheidung über eine Organspende, ist Zusammenhalt eine Frage der moralischen Integrität einer Gesellschaft. Diese ist jedoch allein durch das aktuell existierende unerträgliche Missverhältnis von kaum vorhandener Spendenbereitschaft aber nahezu 100%iger Annahmewilligkeit eines Spenderorgans gefährdet.

Ein solcher innerer Angriff auf einen der moralischen Grundpfeiler der europäischen Idee (Brüderlichkeit) stellt mittelfristig aber eine Gefahr für das ganze Haus Europa dar.

Dem wollen wir, die Stiftung Pro Gesellschaft, mit Aktivitäten entgegenwirken.


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